AstroTrends und Parapsychologe Hans-Joachim Schröder

Es ist kaum nachzuvollziehen, wie leicht sich manche Menschen auf völlig sinn- und wertlose Verträge einlassen. Ein ganz besonders eindrucksvolles Beispiel hierfür sind die „AstroTrends“ der Stuttgarter IMV-Verlag GmbH & Co. KG zum stolzen Preis von bis zu 12 Euro je Ausgabe.

Diese „AstroTrends“ werden von einem Herrn Hans-Joachim Schröder herausgegeben, der dort als Parapsychologe, Seher, Fachastrologe und Zukunftsforscher angepriesen wird. Inhaltlich bedient das Blatt vor allem pseudowissenschaftliche Weltverschwörungstheorien („Geheime Abmachungen mit Außerirdischen“), astrologischen Hokuspokus („Weihnachtsorakel“) und pseudochristlichen Engelskult („Erzengel-Michael-Ritual“). Geschickt werden dort Sehnsüchte der älteren Zielgruppe nach vermeintlichen Erklärungen einer komplizierter werdenden Welt und persönlicher Nähe aufgegriffen.

Bei der Bestellung eines Abonnements stellt der Verlag zahlreiche Gratis Geschenke in Aussicht. „Reichtums-Öl“ soll nachhaltig sämtliche Blockaden aufheben, die den Wohlstandszufluss hemmen. Mit „Kraftfeld-Scheiben“ könne nicht nur Trinkwasser belebt werden, sondern auch Speisen und Medikamente von Negativem befreit werden. Mit den „Mystischen Tonkabohnen“, die als Glücksbringer und Schutzamulett fungierten, können Liebe, Erfolg und heilende Kräfte angezogen werden.

Einer meiner älteren Mandanten hatte zahlreiche Post von „AstroTrends“ erhalten. Später meldete sich dann auch noch eine FKH GbR und ein Rechtsanwalt Christian von Loefen, der seine Kanzlei als Rechtsanwaltskanzlei am Modenbach (vormals Wehnert & Kollege / Harthausen) bezeichnet, wegen angeblich offener Forderungen gegen meinen Mandanten. Ich habe den Bezug der „AstroTrends“ nun für Ihn gekündigt und erlaube mir nachfolgend das Kündigungsschreiben zur allgemeinen Erheiterung zu veröffentlichen.

Sehr geehrter Herr Parapsychologe, Seher, Fachastrologe und Zukunftsforscher, lieber Herr Schröder,

in vorbezeichneter Angelegenheit zeigen wir an, Herrn …, rechtlich, sowie auch spirituell zu vertreten. Die ordnungsgemäße Beauftragung und Bevollmächtigung durch Herrn …, sowie durch eine Vielzahl an Erzengeln, werden an-waltlich versichert.

Korrespondenz in dieser Sache bitten wir künftig nur noch über uns und unter Nutzung der magischen Gottes-Formel „C-O“ zu besorgen. Zunächst bedanken wir uns sehr herzlich dafür, dass Sie unserem Mandanten zum Zwecke der Antwort auf Ihr Schreiben vom einen frankierten Rückumschlag übersandt haben, den wir gerne zur Beantwortung Ihres Schreibens nutzen. Wir versichern, auch diesen Umschlag vorschriftsgemäß von unten nach oben und von rechts nach links gesegnet zu haben, damit das magisch-mystische Kreuz mit Erlösungsfaktor gewährleistet ist.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass unser Mandant weder Ihr „Reichtums-Öl“, noch die „Kraftfeld-Scheiben“ beziehen möchte. Er ist auch nicht an dem Report „Wie man 100 Jahre alt wird“ oder den „mystischen Tonkabohnen“ interessiert. Ferner wünscht unser Mandant auch nicht den Bezug Ihrer Zeitschrift „Astro Trends“, deren Bezug wir hiermit – selbstverständlich mit dem Einverständnis sämtlicher Erzengel – kündigen.

Unser Mandant wünscht generell keine Kommunikation mehr mit Ihnen. Wir untersagen Ihnen daher hiermit ausdrücklich, unseren Mandanten per Briefpost oder telefonisch mit Werbung zu belästigen. Einer Kontaktaufnahme mittels Ihres „Inneren Auges“ begegnet hier hingegen keinen durchgreifenden Bedenken.

Sollte unser Mandant jedoch abermals Werbesendungen oder Werbeanrufe erhalten, haben Sie mit einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung – sowie möglicherweise sogar mystischen Ver-wünschungen seitens unseres Mandanten – zu rechnen.

Mit freundlichen Grüßen
Kehl
Rechtsanwalt
(und Paragrafen-Seher)

Der Text darf gerne als Mustervorlage für eigene Kündigungsschreiben verwendet werden, wobei eine Rückversicherung bei den Erzengeln grundsätzlich empfohlen wird.

5 Antworten auf „AstroTrends und Parapsychologe Hans-Joachim Schröder“

  1. Eigentlich fehlt noch der wohlmeinende Hinweis, der Herr Parapsychologe, Seher und Dingsbums möge sich selbst auf eine seiner Kraftscheiben setzen damit ihm die förderliche Wirkung derselben die nötigen Eier in der Hose verschafft, die er braucht, um sich gegen den Willen Ihres Mandanten aufzulehnen.

  2. Lieber Paragrafenseher. Ich las mit grossem Vergnügen Ihr Schreiben, das ich mit Google Recherche (FKH OHG Harthausen) fand. Seit kurzem kümmere ich mich um meine fast 92jährige, alleinlebende Tante in Pretzsch. Zwischen Riesenpapierbergen von okkulten Schreiberlingen aus nah und fern, fand ich am Sonntag auch einen berüchtigten „gelben“ Brief, mit dem sich ein OGV zum Besuch ankündigt. Zahlungsaufforderung in Höhe von 360,09 und Androhung einer Abgabe der Vermögensauskunft… In schöner Eintracht inszeniert von FKH und Rechtsanwaltskanzlei in gleichem Hause im schönen Harthausen. Wenn ich mir vorstelle, wieviel Senioren und Seniorinnen auf diese okkulten Quacksalber und Verlage reinfallen, erfüllt mich heiliger Zorn. Möge der Blitz diese Leute treffen…

    1. Guten Tag,
      ich möchte diesen Astrobrief kündigen, aber trotz mehrfacher Versuche gelingt mir das einfach nicht! Hätten Sie für mich einen Rat, wie ich den Astrobrief wieder los werde? Dankeschön! Ich hoffe Sie können mir helfen. Ich weiß das es meine eigene Dummheit war, habe daraus gelernt! Bleiben Sie gesund!
      Liebe Grüße
      Anke fröbel

      1. Hallo Frau Fröbel,

        am besten senden Sie dem Verlag einfach einen Brief per Einwurfeinschreiben mit z.B. folgendem Wortlaut:

        „Hiermit kündige ich mein Abonnement des Astrobriefes zum nächst möglichen Zeitpunkt.“

        Heben Sie sich den Einlieferungsbeleg und eine Kopie Ihres Schreibens auf, falls Ihre Kündigung ignoriert wird. Trotz des Umstandes, dass der Inhalt dieser Astrobriefe natürlich völliger Blödsinn ist, ist ein Abonnementvertrag oft wirksam zustandekommen. Ja nach Laufzeit können Sie das Abonnement aber selbstverständlich zum Ende der vereinbarten Laufzeit kündigen.

        Beste Grüße
        Peter Kehl

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